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Trust me, I’m an engineer.

Schaut man sich im Internet und in den sozialen Medien um, scheint es jede Menge Chiptuning-„Experten“ zu geben. Das liegt daran, dass der Begriff Chiptuner nicht geschützt ist. So kann sich jeder einfach einen Laptop und ein Programmiergerät kaufen und sich als Chiptuner ausgeben. Plötzlich sind Lackierer, Folierer und Fahrzeugaufbereiter Experten für Motoren und Kennfeldoptimierung. Da fragt man sich doch, wozu es Studiengänge mit der Fachrichtung Automobiltechnik gibt und warum die Automobilhersteller dafür speziell ausgebildete Fachkräfte und Ingenieure einsetzen.

Das Gefährliche bei diesen Leuten ist, dass sie die Abstimmung oft online bei dubiosen, meist unbekannten Anbietern kaufen. Sie spielen dann nur die Software auf, und das war’s. Der Kunde zahlt viel Geld dafür, dass jemand auf „Download“ klickt.

Immer wieder kommen Kunden zu uns, die zuvor bei solchen „Experten“ waren. Die Bandbreite der Erfahrungen reicht von „nichts getan“ über nur die Hälfte der benötigten Kennfelder bearbeitet bis hin zu klopfenden Motoren oder unfahrbaren Fahrzeugen. Alles war schon dabei. Besonders kritisch waren Motoren, die klopften, zu mager eingestellt waren oder heißliefen. Genauso kritisch ist, dass oft Diagnose- und Schutzfunktionen deaktiviert werden. Dann kann das Motorsteuergerät nicht mehr eingreifen und in den Notlauf gehen, wenn es ein Problem erkennt. Was das zur Folge haben kann, kannst du dir selbst ausmalen.

Fahrer neben einem liegengebliebenen Fahrzeug mit geöffneter Motorhaube

Woran erkennt man diese „Experten“?

Zunächst ein paar Indizien:

  • Sie bieten Chiptuning nur nebenher an. Hauptsächlich machen sie z. B. Scheibenreparatur, Fahrzeugaufbereitung, Lackierung usw. Ihr versteht schon ;)
  • Sie bearbeiten die Kennfelder nicht selbst.
  • Sie lassen sich nicht über die Schulter schauen.
  • Sie machen keine Eingangsmessfahrt.
  • Sie „programmieren“ das Fahrzeug und schicken einen sofort wieder weg, ohne Messfahrten.
  • Sie gehen nicht auf Kundenwünsche ein.
  • Oft haben sie einen Tuningkonfigurator auf der Website mit nahezu allen Fahrzeugmarken und Modellen, die es gibt.
  • Komplexere Sachen bekommen sie schon gar nicht hin, z. B. umgebaute Fahrzeuge mit Upgrade-Turbolader, Injektoren usw.

Und wie erkennt man nun einen guten Tuner?

Idealerweise hat der Tuner eine entsprechende Ausbildung im KFZ-Bereich, aber auch hier gibt es Ausnahmen. Das Wichtigste ist eigentlich, dass er es hauptberuflich macht und nicht nebenbei. So hat er auch die nötige Erfahrung. Ein guter Tuner erklärt gerne, was er macht, und kann auch die Kennfelder erklären. Ganz wichtig: Messen, messen und messen, oder auch Loggen genannt.

Das Anpassen der Kennfelder ist nur ein Teil der Arbeit. Nach dem Anpassen ist es viel wichtiger, die Messwerte des Motors zu prüfen. Klopft er? Läuft er zu mager? Bricht der Kraftstoffdruck ein? Das bedeutet auch, dass man zuerst die Kennfelder anpasst, eine Messfahrt macht, die Parameter überprüft und die Kennfelder je nach Ergebnis wieder anpasst, bis das gewünschte Ziel erreicht ist. Das kann oft mehrere Durchgänge erfordern.

Ein erfahrener Tuner verfügt meistens über eine entsprechende Datenbank und nutzt diese als Basis. Auf Kundenwünsche wird selbstverständlich eingegangen und so ein individuelles Tuning erstellt. Manche wünschen sich „untenrum“ mehr Leistung, andere über den ganzen Bereich, wieder andere wollen das absolute Maximum usw. Diagnose- und Schutzfunktionen werden bei Bedarf angepasst, aber nicht deaktiviert, damit sie weiterhin funktionieren, wenn sie gebraucht werden.

Weil gute Tuner die Diagnose- und Schutzfunktionen aktiv lassen, kann es in seltenen Fällen vorkommen, dass diese nach der Übergabe des Fahrzeugs auslösen, zum Beispiel mit einer Motorkontrollleuchte oder einer Leistungsreduzierung. Das ist in dem Moment vielleicht ärgerlich, aber nicht tragisch. Ein guter Tuner passt das Tune in der Regel noch einmal an, ohne Aufpreis. Das Gute daran: Man sieht, dass die Schutzfunktionen noch funktionieren.

Es gibt auch gute Tuner, die OTS-Tunes (Off The Shelf) anbieten. Dabei handelt es sich um fertige Abstimmungen, z. B. Stage 1 für einen bestimmten Motor oder ein bestimmtes Fahrzeug. Sie sind in der Regel gut getestet, und wie oben beschrieben bleiben Diagnose- und Schutzfunktionen aktiv. Besonders geeignet sind sie für Serienmotoren oder für bestimmte Umbauten, z. B. Stage 2 (Downpipe, Ladeluftkühler usw.), oder auch für einen anderen Kraftstoff wie E85.

Hier sollte man aber darauf achten, dass man einen guten Anbieter bzw. Tuner wählt.

Wenn ihr bei uns ein OTS-Tune zusammen mit dem KM eFlash Dongle kauft, könnt ihr es komfortabel über die App auf euer Fahrzeug laden. Sollten wir das OTS-Tune mit der Zeit weiter verbessern und optimieren, könnt ihr das Update kostenlos über die App aufspielen.

Tuner erklärt einem Kunden die aufgezeichneten Motormesswerte in der Werkstatt